Neben einem regen Erfahrungsaustausch, der auch Kursabläufe außerhalb des Vereins und deren Organisation und Logistik umfasste, waren die Hauptthemen die Abwehr von Über- und Angriffen mittels Alltagsgegenstände und die Gestaltung von Kursen für Fortgeschrittene.

Im Praxisteil demonstrierte Olaf Werner anschaulich, wie man bzw. frau sich mit Alltagsgegenständen wie einem Schirm, dem Handy, einem Buch oder einer Illustrierten wehren bzw. den entscheidenden Vorteil für eine Flucht erreichen kann. Diese sehr einfachen Techniken konnten schnell umgesetzt werden und wurden dankend angenommen. Einhellig waren alle Teilnehmenden der Auffassung, dass man zu diesem Thema einen eigenständigen Lehrgang anbieten könnte.

Im Anschluss stellte ich für einen möglichen Intensivkurs oder für die Abschlusseinheit eines Grundkurses die sogenannte „Ladies-Challenge“ vor.

Hierbei müssen sich die Kursteilnehmerinnen bei der Bewältigung einer Aufgabe  verschiedenen Situationen stellen und dabei ihre Fähigkeiten in Selbstbehauptung, Hilfeleisten, Hilfeholen und Selbstverteidigung situationsgerecht einsetzen. Die Challenge erfordert ein größeres Aufgebot an Statisten, die an den jeweiligen Stationen agieren, sich entsprechend der Reaktionen der Frauen verhalten und den tapferen Heldinnen im Anschluss eine Rückmeldung für ihre Leistung geben.

Da die Teilnehmerinnen nicht wissen, welche Situationen auf sie zukommen, ist der Adrenalinspiegel entsprechend hoch und entspricht nahezu dem einer realistischen Notlage.

Von den 14 TeilnehmerInnen dieser Fortbildung stellten sich drei Frauen der Challenge. Die anderen Personen fungierten als Statisten, Betreuer oder Fotografen. Aufgabe war es, eine Kursbestätigung nach erfolgtem Lehrgang für die Abrechnung einzuholen. Hierzu musste eine Kurskarte ausgestellt und mit Stempel und Unterschrift die Teilnahme bestätigt werden. Gleich an der ersten Station mussten die Frauen einem anzüglichen und zu wissbegierigen Mann die Stirn bieten. Auf dem Weg zur Unterschrift galt es, einer bedrohten Frau Hilfe zu holen und einer Verletzten Hilfe zu leisten. Hinter einer Ecke lauerte dann auch schon der „Schwarze Mann“ im Vollschutz, der durch die Frauen sein blaues Wunder erlebte. Zu guter Letzt und ziemlich aus der Puste musste noch einem unwilligen Verwaltungsmenschen die Unterschrift und der Stempel abgerungen werden.

Die Heldinnen hatten alles gegeben und das Ziel der Challenge erreicht. Die Rückmeldungen zu dieser Trainingsform waren durchweg positiv. Die Situationen lassen sich je nach Örtlichkeit, Lichtverhältnissen oder den Wünschen der Teilnehmerinnen beliebig anders gestalten. Hier sind der Fantasie der KursleiterInnen keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist in jedem Fall eine Begleitung der Teilnehmerinnen bei den einzelnen Stationen, damit eine außenstehende Person zum Schutz aller Beteiligten eingreifen kann, wenn es brenzlig werden sollte.

Den Abschluss der Fortbildung bildete eine von Dirk Lehmann anmoderierte Entspannungseinheit, so dass alle Teilnehmenden erholt und frisch in das restliche Wochenende gehen konnten.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei Olaf Werner und Dirk Lehmann für die Unterstützung, bei dem Team Senftenberg für die Gastfreundschaft und das leckere Catering und nicht zuletzt auch bei allen Teilnehmenden für den tollen Ablauf der Fortbildung bedanken. Ich freue mich schon auf den nächsten Lehrgang im kommenden Jahr. Bei ausreichendem Bedarf der Vereine werde ich 2019 in Kombination mit der Fortbildung eine Kursleiterausbildung für Frauen-Selbst-Sicherheit anbieten.

 

Maria Spielmann