World Championship JJ 2018

Vom 01.-04.03. fand in Abu Dhabi die diesjährige Weltmeisterschaft im Ju-Jutsu für die U18/U21 statt. Erstmalig wurde die WM dieser Altersklasse außerhalb von Europa ausgetragen, was auch eine Anerkennung des gewachsenen internationalen sportlichen Niveaus ist. Gemeldet waren ca. 500 Sportler aus 40 Nationen unter ihnen Exoten wie Mauritius, Irak, Pakistan, Sudan, Marokko, Kolumbien, Iran, Vietnam, Korea… Dagegen fehlte das französische Team komplett, da der finanzielle Aufwand zu hoch war. Das deutsche Team startete aus gleichem Grund nur mit der U21. Als nichtolympische Sportart sind die Kosten letztendlich von den Vereinen, dem Lands- bzw. Bundesverband Ju-Jutsu bzw. vom Sportler selbst zu tragen.

Der Barnim war mit 3 Sportlern vertreten, Fabian Fünfstück und Fridolin Vach aus Bernau sowie Max Pick aus Basdorf. Alle 3 haben bereits mehrjährige Erfahrungen im Nationalteam und bei EM bzw. WM Medaillen erkämpft. Damit zählten sie zu den Medaillenanwärtern. Eine Medaille für den Barnim sollte also möglich sein.

 

Der erste Wettkampftag gehörte dem Newaza und unsere Jungs sowie die Groupies hatten Zeit zum akklimatisieren und für ein bisschen Sightseeing.

 

Der Samstag stand im Zeichen des Fightings und es sollte ein langer Tag werden. Frido hatte den ersten Kampf und siegte mit 11:9 gegen Bulgarien. Anschließend traf er auf seinen russischen WM-Finalgegner von 2015. Auch wenn am Ende nur Part 3 fehlte, verlor Frido leider deutlich nach Punkten.  Nicht zuletzt wegen eines Infekts in  der finalen WM-Vorbereitungsphase fehlte ihm die Dynamik im Kampf, was auf diesem sportlichen Niveau schnell bestraft wird. Weiter ging es in der Hoffnungsrunde mit der Chance auf Bronze. Hier lief es nicht wirklich gut für Frido, Punktniederlage gegen Spanien und damit in der Endabrechnung Platz 9.

Fabians Start war lange unsicher auf Grund einer nicht ausgeheilten Fußverletzung vom WM-Abschlusstraining im Bundeskader. Letztendlich kämpfte Fabi daher nicht in seiner üblichen Auslage und konnte im Part 1 nicht ausreichend punkten. Zwei knappe Punktniederlagen waren das Ergebnis, Platz 13.

Max startete als klarere Medaillenanwärter. Aber es kam auch hier anders! Die letzten 10 sec des ersten Kampfes verschlafen, auch der Coach hatte übersehen, dass Max mit 10:11 hinten lag. Mangels weiterer Aktionen, verlor Max knapp gegen den späteren Weltmeister aus Dänemark. Mit ordentlich Adrenalin im Blut startete Max in die Hoffnungsrunde. Auch für ihn war noch Bronze möglich. Hier lief zunächst alles planmäßig, 3 klare Siege. Im letzten Kampf startete Max mit einer kleinen Unaufmerksamkeit, der Russe nutze die Chance zu einem für alle unerwarteten, blitzschnellen Sieg – damit war auch Max aus dem Turnier, Platz 7.

Auch wenn unser Team sein Ziel einer WM-Medaille in den Einzelkämpfen erstmalig verfehlte, war es eine starke, engagierte Leistung unserer Sportler. Allein die Teilnahme war für alle ein bleibendes Erlebnis und ist ein Vorbild für unseren Nachwuchs.

 

Am letzten Wettkampftag standen neben den Duokas und Handicap Newaza der Teamwettbewerb auf dem Programm. Dies ist ein Mix aus ausgesuchten Klassen der Stilarten Newaza, Duo und Fighting. Im männlichen Fighting werden dazu die Klassen -77 kg und -100kg ausgekämpft. Mit dem deutschen Team standen 7 weitere Teams im Kampf und Gold. Mit Fridolin als Ersatzstarter in der 77 kg Klasse war auch Bernau mit am Start. Die deutsche Mannschaft hat in dieser Klasse mit Simon Attenberger den neuen Weltmeister gesetzt, so dass Frido nur im Fall einer Verletzung zum Einsatz gekommen wäre. Der Auftaktkampf gegen Griechenland würde sicher mit 5:2 gewonnen. Im Halbfinale stand D dem favorisierten Team aus RUS gegenüber und gewann dramatisch knapp mit 4:3. Das Finale gegen Belgien gestaltete sich noch spannender. Nach einem Rückstand von 1:3, gewann das deutsche Team mit starkem Kampfwillen die letzten 3 Kämpfe dieser WM und wurde mit 4:3 Teamweltmeister. Ein grandioser Abschluss fürs deutsche Team. Als Teil des deutschen Teams gewann auch Frido Gold, so dass unser Brandenburger Team doch noch eine Medaille aus Abu Dhabi mitnehmen konnte.

In vielen Kämpfen war der für uns neue Einfluss asiatischer Kampfrichter zu spüren. Belohnt wurde in dieser WM oft eine passive Kampfführung, verbotene, unkontrollierte Techniken dagegen selten bestraft. Neu war auch der Verzicht auf eine Auslosung der Kampfpaarungen. Diese wurden hinter den Kulissen nach anderen Vorgaben zusammengestellt. Grundsätzlich kamen Sportler gleicher Nation in den selben Pool, genauso wie deutsche und russische Wettkämpfer sich regelmäßig in gleicher Gruppe wiederfanden. Insgesamt war dieses Turnier aber geprägt von hoher sportlicher Qualität und die Besten haben verdient gewonnen. Das deutsche Team hat viel Erfahrungen sammeln dürfen und landete in der Mannschaftswertung mit 3 Goldmedaillen auf Platz 6. Sieger der Teamwertung wurde Russland. Der Gastgeber UAE landete knapp vor Thailand auf Platz 2.

 

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